Vier Straßenmaler

Freude, die bleibt – auch wenn du tropfst

Jürgen Ferrary
7. Dezember 2025

„Der saugt alles wie ein Schwamm auf!“ – Kennst du diesen Satz? Meistens ist damit jemand gemeint, der Wissen, Eindrücke oder Emotionen regelrecht in sich aufsaugt. In den letzten Tagen haben wir festgestellt: Wenn wir Freude zurückgewinnen wollen, müssen wir 1) zugeben, dass sie weg ist, 2) die Ursache analysieren, 3) korrigieren, was falsch ist, und 4) eine Haltung der Dankbarkeit entwickeln.

Aber selbst wenn wir all das tun, bleibt da eine Wahrheit: Wir sind wie Schwämme. Wir saugen Freude auf – und wir tropfen. Freude geht schneller verloren, als wir sie festhalten können.

Die „Freude-Räuber“ sind viele und sie schlafen nicht. Deshalb gibt es drei weitere Schritte, die dir helfen, dass die Freude nicht nur kurz aufflammt, sondern bleibt.

1. Verbringe regelmäßig Zeit mit Gott

Vielleicht fällt es dir schwer zu glauben, dass Gott Sehnsucht danach hat, Zeit mit dir zu haben. Vielleicht fühlt sich Gebet für dich eher wie Pflicht an als wie Beziehung. Aber Gott möchte kein religiöses Abhaken – er möchte dich.

In der Bibel lädt Gott uns immer wieder in seine Gegenwart ein. Und ja: Nicht jeder Moment im Gebet fühlt sich „besonders“ an. Aber dann gibt es diese Augenblicke, in denen Gott zu uns spricht, in denen plötzlich Klarheit entsteht, Frieden, Sinn, Richtung. Je mehr Zeit du mit Gott verbringst, desto tiefer wird eure Beziehung – und dort, in dieser Nähe, wächst echte, tragfähige Freude.

2. Gib etwas zurück

„Geben ist seliger als nehmen“ – der Satz ist alt, aber er ist wahr. Unser Glaube ist kein Einbahnstraßen-Glaube. In Epheser 2,10 heißt es: „Denn wir sind Gottes Schöpfung. Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat.“

Wenn wir dafür geschaffen sind, Gutes zu tun, dann fehlt uns etwas, wenn wir es nicht tun. Und wo etwas fehlt, da schwindet die Freude. Gerade in schwierigen Zeiten ziehen wir uns oft zurück und kreisen um uns selbst. Doch das Paradoxe ist: Je mehr du dich auf dich selbst konzentrierst, desto leerer wirst du. Und je mehr du dich verschenkst, desto erfüllter wirst du.

Ich habe einmal einen Pastor gehört, der weltweit unterwegs war. Er sagte, die glücklichsten Menschen, denen er begegnete, waren Christen, die um ihres Glaubens willen verfolgt wurden. Keine „Wenn-ich–gerade-Lust-habe“-Christen, sondern Menschen, die alles auf eine Karte setzen. Ihr Leben hatte Richtung, Sinn und Tiefe – und genau das schenkte ihnen Freude.

3. Erzähle anderen von deinem Glauben

Wenn du ein bisschen so gestrickt bist wie ich, dann ist dir das manchmal unangenehm. Über Jesus zu sprechen kostet Überwindung. Und doch gibt es kaum etwas Erfüllenderes, als zu sehen, wie ein Mensch Hoffnung findet, wie zerbrochene Herzen heil werden und neue Wege entstehen.

An dem Tag, an dem du die Entscheidung getroffen hast, Jesus zu folgen, wurde im Himmel eine Party gefeiert. Und an dem Tag, an dem du jemand anderem hilfst, den Herrn kennenzulernen, wird in deinem Herzen eine Feier stattfinden.

Herausforderung für heute:
Versuche in den nächsten sieben Tagen alle drei Schritte in deinen Alltag einzubauen. Nimm dir bewusst Zeit für Gott – ohne Hektik. Überlege in dieser Zeit, wem und wie du konkret etwas Gutes tun kannst. Und bitte Gott, dir Menschen zu zeigen, die offen sind für seine Liebe, die dich vielleicht sogar von selbst ansprechen. Aber sei gewarnt: Es könnte funktionieren.

Sei gesegnet!

„Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ (Albert Schweitzer).

Mehr Gedanken

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner
Warning